Bauabfälle | 84,0 % | 74,0 Mio. Tonnen | 70-75 % |
Beim Bau und Rückbau von Bauwerken und Infrastruktur fällt die grösste Menge an Abfall an. Es handelt sich hauptsächlich um mineralische Materialien, beispielsweise Beton, Backsteine, Ziegel oder Asphalt. Ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche bzw. mit vier bis fünf Zimmern ergibt beim Rückbau rund 400 Tonnen Bauabfall, was dem Gewicht von rund 36 Autobussen entspricht. Werden die Materialien beim Rückbau fachgerecht getrennt, lassen sie sich zu Recycling-Baustoffen aufbereiten und zu einem erheblichen Teil erneut verwenden. Dadurch können Ressourcen und Deponieraum geschont und der Stoffkreislauf geschlossen werden. |
Siedlungsabfälle | 7,0 % | 6,0 Mio. Tonnen | 52.5 % |
Siedlungsabfälle stammen aus Haushalten, aus dem Gewerbe und dem Dienstleistungssektor. Gut die Hälfte davon wird heute stofflich verwertet. Der Rest gelangt in die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) und wird unter Energiegewinnung verbrannt. Pro Person und Jahr fallen in der Schweiz mehr als 700 Kilogramm Siedlungs- oder ähnliche Abfälle an. Etwa die Hälfte davon stammt aus den Privathaushalten. Von den 5 Kilogramm Hauskehricht, die üblicherweise in einem 35-Liter-Sack Platz finden, bleibt 1 Kilogramm Schlacke als Verbrennungsrückstand übrig, die deponiert werden muss. |
Biogene Abfälle | 6,3 % | 5,5 Mio. Tonnen | 24 % |
Abfälle aus pflanzlicher, tierischer oder mikrobieller Herkunft werden als «biogen» bezeichnet. Darunter sind Grün- und Lebensmittelabfälle, Abfälle aus der Landwirtschaft oder auch Holzabfälle zu verstehen. |
Sonderabfälle | 2,1 % | 1,9 Mio. Tonnen | 20-30 % |
Sonderabfälle stellen aufgrund ihrer chemischen und/oder physikalischen Eigenschaften eine Gefahr für die Umwelt dar. Sie unterliegen deshalb speziellen Vorgaben für ihre Sammlung, den Transport, die Verwertung und die Entsorgung. Sonderabfall entsteht sowohl in der Industrie wie auch in den Haushalten. Der Filterstaub aus Kehrichtverbrennungsanlagen zählt ebenso dazu wie Lösungsmittel, Öle, Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Dünger, Heimwerkerchemikalien und vieles mehr. Deren umweltgerechte Entsorgung erfordert einen besonderen technischen oder organisatorischen Aufwand. |
Klärschlamm | 0,2 % | 0,2 Mio. Tonnen | 0 % |
In den Abwasserreinigungsanlagen (ARA) fällt Klärschlamm an. Es handelt sich um abgeschiedene Feststoffe oder um überschüssige Biomasse, welche für den Reinigungsprozess des Abwassers benötigt wird. Die geschätzten 4 Millionen Tonnen Klärschlamm pro Jahr wiegen in getrocknetem Zustand immer noch rund 195’000 Tonnen. Seit 2006 ist ihre Nutzung als Dünger für die Landwirtschaft aus gesundheitlichen Gründen und zum Schutz der Böden nicht mehr erlaubt. Der Klärschlamm wird verbrannt (und seine Verbrennungsrückstände deponiert) oder als Brennstoff in Zementwerken verwendet. Im Zementwerk fällt kein Abfall an. |